Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2026 habe ich gemeinsam mit der grünen Landtagsfraktion und dem Kreisverband Schleswig-Flensburg zum politischen Frauenfrühstück nach Schleswig eingeladen.
6.03.2026
Im Restaurant "Strandleben" in Schleswig stand dabei ein wichtiges frauenpolitisches Thema im Mittelpunkt: sexuelle Belästigung. Eingeladen hatten wir grüne Kommunalpolitikerinnen, Gleichstellungsbeauftragte aus unterschiedlichen Bereichen und Unternehmerinnen, um gemeinsam zu frühstücken und uns auszutauschen.

Denn sexuelle Belästigung ist kein Einzelfallphänomen, sondern tritt häufig in
Abhängigkeitsverhältnissen auf. Etwa jede vierte Frau erlebt beispielsweise Belästigung am Arbeitsplatz laut der neuen Dunkelfeldstudie "LeSuBiA" (Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag).

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verpflichtet Arbeitgebende, ihre Mitarbeitenden vor sexueller Belästigung und Gewalt zu schützen. Und mit "Prävio" (Prävention in Organisation) bietet das Landeskompetenzzentrum gegen geschlechtsspezifische Gewalt über den Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (LFSH) seit 2023 eine Beratung für Unternehmen, Verwaltungen sowie Bildungseinrichtungen zur Vermeidung von "sexueller Belästigung am Arbeitsplatz". LFSH-Landesgeschäftsführerin Lena Mußlick berichtete uns in einem tollen Impulsvortrag über dieses Projekt.

In einem zweiten Impulsvortrag stellten Marie Sprute (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Flensburg) und Friederike Rosenbaum (Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention) das neue Online-Meldetool für Belästigungsfälle in Flensburg vor. Unter www.flensburg-schaut-hin.de können seit 1. März Übergriffe und Belästigungen unkompliziert und anonym gemeldet werden – unabhängig davon, ob die Belästigung selbst erlebt wurde oder ob ein Übergriff beobachtet wurde. Ziel ist es, das sogenannte Dunkelfeld besser sichtbar zu machen: Denn viele Vorfälle geschlechtsspezifischer Gewalt – insbesondere auch queerfeindliche Übergriffe – werden nicht angezeigt und erscheinen dadurch nicht in offiziellen Statistiken.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für gezielte Schutz- und Präventionsmaßnahmen bilden.
Wir hatten einen wunderbaren Vormittag mit tollen Frauen, interessanten Vorträgen und einem inspirierenden Austausch.
Vielen Dank an alle, die dabei waren!