Teil 1 meiner Wirtschaftstour mit der Handwerkskammer Flensburg...
14.04.2026
... führte uns zu den Betrieben Hans Sack GmbH & Co.KG und Nima-Hairstyling in Flensburg. Handwerk hat goldenen Boden – lautet ein altes Sprichwort. Als Flensburger Landtagsabgeordnete ist es mir deshalb umso wichtiger, nicht nur über das Handwerk zu sprechen, sondern auch in die Betriebe hineinzuhören. Gemeinsam mit René Koch, Leiter Kommunikation, Wirtschaftspolitik und Betriebsberatung bei der Handswerkskammer Flensburg, Stella Viebrock aus dem Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Flensburg sowie Stefanie Lemmermann, Landesvorsitzende und Vorsitzende der schleswig-holsteinischen Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) hatte ich die Gelegenheit zwei ganz unterschiedliche Betriebe zu besuchen, die beide auf ihre Art zeigen, was das Handwerk leisten kann.
Hans Sack GmbH & Co. KG

Bei Hans Sack führt Pauline Wendt gemeinsam mit Prokurist Jörg Keuters das Familienunternehmen mit rund 55 Mitarbeitern bereits in vierter Generation. Besonders beeindruckt hat mich ihr persönlicher Weg: Trotz eines abgeschlossenen Studiums absolviert sie zusätzlich eine Ausbildung im SHK-Handwerk.

Gesprochen haben wir über das Thema Frauen im Handwerk, die vom Land geförderten arbeitsmarktbezogenen Sprachtrainings über das Beratungsnetzwerk "Alle an Bord!", die Praktikumsprämie im Handwerk sowie die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU). Die ÜLU sichert in Form von von ein- bis zweiwöchigen Fachstufenlehrgängen in den Berufsbildungstätten (des Handwerks) ein einheitliches Ausbildungsniveau und vermittelt Fertigkeiten, die gerade kleinere Betriebe oft nicht leisten können.
Nima-Hairstyling
Nima Resai kam 2015 als unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter aus Afghanistan nach Flensburg, lernte in Rekordzeit Deutsch und begann 2016 seine duale Ausbildung zum Friseur, die er erfolgreich abschloss. Nach drei Jahren Berufserfahrung absolvierte er seinen Meisterkurs und ist heute zertifizierter Friseurmeister. Mit Nima-Hairstyling hat er sich seinen Traum vom eigenen Salon verwirklicht und plant bereits die Ausweitung auf einen zweiten Standort.
Nima Resai ist einer von 501 Geflüchteten und Zugewanderten, die die Handwerkskammer Flensburg in einem Zeitraum von 10 Jahren erfolgreich dabei unterstützt hat den Weg in Ausbildung und Arbeit zu finden. Mehr dazu hier. Nima Resais Geschichte zeigt eine win-win-Situation: wenn wir Menschen, die zu uns fliehen Chancen ermöglichen, werden viele sie ergreifen und unseren Arbeitsmarkt wertvoll bereichern. Win-win auf beiden Seiten.
Lasst uns also positiv denken und das Ankommen asylsuchender Menschen hier weiterhin menschenwürdig, fair & pragmatisch organisieren.
Nima Resai ist ein tolles Vorbild und Gesicht der schleswig-holsteinischen Kampagne "Dein Weg. Deine Chance".
Im Handwerk zählt nicht, wo man herkommt, sondern wo man hinwill. Das ist das Motto der HWK Flensburg. Politisch setze ich mich dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für Ausbildung und berufliche Integration verbessert werden. Im Februar-Plenum haben wir mit unserem fraktionsübergreifenden Antrag gemeinsam ein klares Zeichen nach Berlin gesendet und gefordert, dass der Zulassungsstopp bei den Integrationskursen zurückgenommen werden muss. Denn Sprachförderung ist die Grundlage für erfolgreiche Arbeitsmarktintegration.

Ich setze mich auch weiterhin für schnellere Verfahren, verbindliche Standards sowie eine landesweit einheitliche Erteilungspraxis bei der Ausbildung- und Beschäftigungsduldung ein. In diese Richtung geht auch unser Landtagsbeschluss aus dem Juli-Plenum 2025.
Danke an beide Betriebe für die offenen Einblicke und den konstruktiven Austausch. Mein Dank gilt auch der Handwerkskammer Flensburg für die Organisation dieses gelungenen Tages. Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert gerade junge Unternehmerinnen und Unternehmer ihren Weg gehen. Viele Anliegen, die an uns als Landespolitik herangetragen wurden, nehme ich mit nach Kiel. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Tour im Herbst.